ADFC Ansbach Aktuell

Radfahren im Winter

Fünf Tipps fürs Winterradeln
Immer mehr Menschen in Ansbach steigen auch bei frostigen Temperaturen aufs Rad – kein Wunder, denn Radfahren macht Spaß, hält fit und vertreibt den Winterblues. Wenn das Tageslicht fehlt und der Körper auf Sparflamme läuft, bringt Radfahren den Kreislauf und das Immunsystem in Schwung. Mit diesen fünf Tippsvom ADFC-Kreisverband Ansbach kommen Radfahrende sicher und gut gelaunt durch die frostigen Monate.
„Damit Radfahren auch in der kalten Jahreszeit sicher möglichist und als attraktive Fortbewegungsart wahrgenommen wird, braucht es geräumte Radwege – auf dem Weg in die Arbeit, zur Schule oder zum Einkaufen,“ sagt Martin Berberich, Vorstandsmitglied des ADFC-Ansbach. „Doch Kälte, vereiste Strecken oder Schneefall sind besondere Herausforderungen, auf die man sich aber gut vorbereiten kann. So geht ganzjährige Fahrradförderung in der Kommune und so klappt auch das Winterradeln. “Mit diesen fünf Tipps vom ADFC ist jeder und jede gewappnet, auch im Winter sicher und mit Freude unterwegs zu sein.
1. Vorausschauend, mit reduziertem Tempo und mit genügend Abstand zu anderen Verkehrsteilnehmern und parkenden Fahrzeugen fahren – so hat man mehr Zeit, zu reagieren. Es hilft, Gefahren zu erkennen und Stürze zu vermeiden. Besondere Vorsicht ist bei nassen Bodenmarkierungen, Kanaldeckeln, Holzbrücken sowie Kopfsteinpflaster geboten.
2. Einen längeren Bremsweg einkalkulieren und frühzeitig und vorsichtig abbremsen,vor allem mit der Hinterradbremse, denn das Blockieren des Vorderrades führt schnell zu Stürzen. Auf Glatteis möglichst ohne Bremsen ausrollen. Vorausschauend vor der Kurve und nicht in der Kurve abbremsen und generell nicht abrupt bremsen.
3. Etwas Luft aus den Reifen lassen, das erhöht die Auflagefläche und die Bodenhaftung. Sattel bei Bedarf tiefer stellen, so ist man schneller mit den Füßen am Boden.
4. Helles, gutes Licht ist Pflicht. Licht schon bei Dämmerung einschalten. Lichtkegel auf den Boden und nicht zu hoch ausrichten, sonst besteht Blendgefahr. Helle Kleidung und Reflektorbänder erhöhen die Sichtbarkeit.
5. Wenn benutzungspflichtige Radwege nicht geräumt und damit unbefahrbar sind, darf man auf die Fahrbahn ausweichen.

Winterdienst besonders wichtig für Radwege
Winterliches Radfahren macht Spaß – wenn Radwege geräumt sind. Die Räumpflicht gilt für Radwege an verkehrswichtigen und gefährlichen Stellen, z.B. Durchgangsstraßen,Brücken, abschüssigen Wegen und dort, wo es schnell vereist. Denn vereiste, zugeschneite oder durch Matsch und Laub rutschige Wege sind für Radfahrerinnen und Radfahrer besonders gefährlich. Hier ist die Kommune in der Pflicht, Wege für den Radverkehr zu räumen.


Auf dem Weg zum „Fahrradfreundlichen Landkreis“

Zahlreiche gut ausgebaute Radwege führen durch den Landkreis Ansbach und werden von Pendlern, Alltagsradlern und Touristen genutzt. Der Landkreis Ansbach möchte daher „Fahrradfreundliche Kommune in Bayern“ werden. Um dieses Qualitätssiegel vom Bayerischen Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr zu erhalten, ist der Landkreis Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in Bayern e.V. (AGFK Bayern). Sie fördert den Radverkehr systematisch und unterstützt bei der Erlangung des Siegels. Denn hierzu sind einige Voraussetzungen zu erfüllen. Schon vor vier Jahren fand daher eine Vorbereisung statt, der Stand der Radverkehrsförderung und -freundlichkeit wurde evaluiert und anhand eines Kriterienkatalogs bewertet.

Sukzessive arbeiten zahlreiche Akteure nun Hand in Hand, um die Radinfrastruktur im Landkreis Ansbach weiter voranzubringen und „Fahrradfreundliche Kommune in Bayern“ zu werden. Dabei spielen neben dem Radverkehrsbeauftragten des Landkreises David Dittrich vor allem der Tiefbau, die Straßenverkehrsbehörde und das Klimaschutzmanagement im Landratsamt, der Tourismusverband Romantisches Franken wie auch das Staatliche Bauamt Ansbach eine entscheidende Rolle.

Sie alle waren auch dabei, als nun im Rahmen der Hauptbereisung die Bewertungskommission, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern der Landesbaudirektion Bayern, des ADFC Landesverbandes und der AGFK Bayern, nach Wassertrüdingen kam. Ziel war es den aktuellen Stand der Radverkehrsförderung und -freundlichkeit erneut zu evaluieren und zu bewerten. Auch eine Fahrradtour aller Beteiligten war Teil des Termins. Vom Bürgersaal in Wassertrüdingen ging es mit Stopp am reaktivierten Bahnhof weiter über den Wörnitz Radweg zum Regionalpavillon, dem Wörnitz-Flussbad über den neuen Radweg entlang der Kreisstraße An 47 bis nach Fürnheim.

Die Kommission lobte die sehr gute Vorbereitung und den engagierten Einsatz aller Beteiligten. Besonders hervorgehoben wurde die Rolle des Radverkehrsbeauftragten sowie die sehr gute Vernetzung zwischen den relevanten Fach- und Sachgebieten. Auch die laufende Erarbeitung eines umfassenden Radverkehrskonzepts fand große Anerkennung. Ein weiteres positives Feedback erhielt die Qualität der landkreisweiten Radverkehrsbeschilderung und das kontinuierlich durchgeführte Qualitätsmanagement. Zudem fand die konsequente Berücksichtigung des Rad- und Fußverkehrs beim Baustellenmanagement große Beachtung. „Die zielgerichtete Nutzung von Fördermitteln und das effiziente Baustellenmanagement belegen, dass der Landkreis Ansbach konsequent auf eine nachhaltige und zukunftsorientierte Radverkehrspolitik setzt“, betonte die Kommission. Der informative Internetauftritt des Landkreises, der Radfahrerinnen und Radfahrern wertvolle Informationen bietet, wurde als äußerst hilfreich für die Förderung des Radverkehrs hervorgehoben. Gute touristische Routen kommen dem Alltagsradverkehr im Landkreis besonders zugute.

Nach Einschätzung der Bewertungskommission erfüllt der Landkreis Ansbach bereits viele Kriterien für eine künftige Auszeichnung als „Fahrradfreundlicher Landkreis“. Die Zertifizierung kann erfolgen, sobald das Radverkehrskonzept Anfang 2026 fertiggestellt und dazugehörige Beschlüsse des Kreistages vorliegen. Das positive Feedback bestärkt den Landkreis Ansbach, weiterhin konsequent an einer fahrradfreundlicheren Zukunft zu arbeiten.

Bildunterschrift: Zur Hauptbereisung gehörte auch eine Radtour von Wassertrüdingen nach Fürnheim mit einigen Zwischenstopps.

Foto und Text: © Landratsamt Ansbach/Josephine Georgi - pressestelle@landratsamt-ansbach.de

 

Zertifizierungsverfahren der AGFK Bayern

„Fahrradfreundliche Kommune in Bayern“, eine Auszeichnung die vom Verkehrsministerium verliehen wird. Der Landkreis Ansbach hat sich für diese Zertifizierung beworben und es fand im September 2021 eine Vorbereisung der ausgewählten Strecke statt. Die Route führte von Waizendorf über Wolframs-Eschenbach, Merkendorf zu dem Ziel Triesdorf. An der Fahrradexkursion nahmen die hierfür zuständige Bewertungskommission, die aus Vertretern der AGFK, des Landesverbandes des ADFC und der staatlichen Baubehörde besteht, sowie der Landrat Dr. Jürgen Ludwig und Mitarbeiter aus verschiedenen Bereichen wie z.B. der Verkehrswacht, der Tourismusverband Romantisches Franken und der ADFC Ansbach, teil. Der Landkreis Ansbach wurde für die Zertifizierung aufgenommen und hat nun 4 Jahre Zeit die Handlungsempfehlungen der Kommission durchzuführen. Danach erfolgt die Hauptbereisung. Die erfolgreich absolvierte Hauptbereisung ist Voraussetzung um das Zertifikat „Fahrradfreundliche Kommune in Bayern“ zu erhalten.

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